2. Maschinenbau

Foto_Ralf_Schneeweis XXS9/2012 | Mit einem gewaltigen Bohrwerk will der Gochsheimer Maschinen- und Stahlbauer FMS in neue Dimensionen vorstoßen. Was die Kunden über die Pläne denken, welche neuen Branchen erobert werden sollen und wie Elbe Partners bei der Investition geholfen hat, erklärt FMS-Geschäftsführer Ralf Schneeweis im Interview.

 

Frage: Glückwunsch, Herr Schneeweis, Sie bekommen bald ein gewaltiges, neues Bohrwerk von Juaristi. Ist das ein Zeichen für den wirtschaftlichen Aufbruch bei FMS?

Schneeweis: Ja, wir stoßen bald in andere Dimensionen vor. Momentan können wir nur Teile in dem Bereich zwei Meter mal zwei Meter mal zwei Meter bearbeiten. Diese Größenordnung ist in Deutschland recht üblich. Es sind Maße, die viele andere Unternehmen auch abdecken. Durch die Investition werden wir uns von den Wettbewerbern absetzen und in die Größenordnung acht Meter mal drei Meter vorstoßen. Dann können wir Teile bis zu 20 Tonnen bearbeiten. Das leisten nur sehr wenige Anbieter. Damit erhalten wir ein Alleinstellungs-Merkmal.

Frage: Welche neuen Branchen wollen Sie mit dem Bohrwerk erobern und was für ein zusätzliches Umsatzpotential erwarten Sie dadurch?

Schneeweis: Ich denke an die Branchen Energieverteilung und Energiegewinnung, Maschinenbau, Anlagenbau oder Offshore-Technik. Wir versprechen uns ein zusätzliches Umsatzpotential von mindestens zwei Millionen Euro pro Jahr. Und auch bei unseren bestehenden Kunden erhoffen wir uns einen wirtschaftlichen Vorteil.

 

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Frage: Wie haben Sie den Bedarf für das neue Bohrwerk festgestellt?

Schneeweis: Wir haben etwa 800 Kunden angeschrieben und gefragt, welche besonderen Wünsche sie an ein neues Bohrwerk haben. Wie groß sollte es sein? Welche Ausstattung sollte es haben? Was müsste es können? Dabei ist eine Maschine um die 6 Meter mal 2,5 Meter mit einem Stückgewicht von bis zu zwölf Tonnen identifiziert worden.

Damit wir nicht gleich am Limit arbeiten, haben wir die größere Version mit 20 Tonnen Stückgewicht und 8 Meter in der X- Achse sowie 3 Meter in der Y-Achse bestellt.

Aus der Umfrage haben sich weitere Feinheiten herauskristallisiert: Unter anderem die Möglichkeit der Drehbearbeitung (D’Andrea), Winkelkopf zur H/V Bearbeitung. Ferner kann jetzt bei der Aluminiumbearbeitung noch eine Schnelllaufspindel mit 12000 U/min. eingesetzt werden. Diese Zusatzfunktionen sind in einer Pick-up-Stadion abgelegt und können in kürzester Wechselzeit vollautomatisch in die Prozessschritte integriert werden. Damit die Maschine noch weitere Freiheitsgrade erhält, wird ein Drehtisch mit 360° und 360.000 Impulsen eingesetzt. Dies ermöglicht eine Fünf-Flächen-Bearbeitung ohne zusätzliches Umrüsten.

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Frage: Haben Ihre Kunden positiv auf die Umfrage reagiert?

Schneeweis: Die Rücklaufquote war enorm. 510 Kunden haben geantwortet und Wünsche geäußert. Das zeigt, welches Interesse die Kunden haben, mit FMS und dem neuen Bohrwerk zusammen zu arbeiten. Es gibt offenbar die Notwendigkeit für zusätzliche Lieferanten in dieser Größenordnung, denn es existieren nur sehr wenige so gewaltige Bohrwerke in Deutschland.

Frage: Hat Ihnen Elbe Partners bei dieser Millionen-Investition geholfen?

Schneeweis: Ja, absolut. Wir haben Elbe Partners das Projekt vorgeschlagen und es wurde in Hamburg sehr positiv aufgenommen und unterstützt. Elbe Partners hat verstanden, dass der Mittelständler FMS noch einmal investieren muss, um am Markt ganz vorne mitspielen zu können. Die Zusammenarbeit mit der Holding ist ausgesprochen gut, immer offen und ehrlich. Wir können uns jeden Tag auf das Wort von Elbe Partners verlassen.

 

 

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Frage: Wann soll das neue Bohrwerk in Betrieb gehen?

Schneeweis: Im nächsten Sommer. Ich rechne damit, dass wir die ersten Teile im August 2013 bearbeiten werden. Dann spielen wir in der Bundesliga. Qualifizierte Bohrwerksdreher sind rar am Arbeitsmarkt. Deshalb suchen wir bereits jetzt Personal für die neue Maschine. So bleibt genügend Zeit, für eine entsprechende Schulung und Qualifizierung. Ist das Bohrwerk erst einmal produktionsbereit realisiert, muss es laufen.

 

 

Die Fragen stellte Andreas Nölting